Geschichte

Geschichte des Instituts TEMF

Foto: Olexiy Orel
Foto: Olexiy Orel

Das Institut „Theorie Elektromagnetischer Felder“ wurde im April 1989 gegründet. Nach Abschluß seiner Habilitation an der Universität Hamburg während seines Aufenthalts am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY), übernahm Prof. Dr.-Ing. Thomas Weiland den Lehrstuhl von Prof.em. Piefke and der TU Darmstadt. Dank der Geldmittel aus dem Leibnizpreis, den Prof. Thomas Weiland kurz zuvor verliehen bekam, war nun eine großzügige Ausstattung des neuen Fachgebiets mit neuen Workstations möglich. Damit war die Basis geschaffen, die bei DESY und CERN begonnene Arbeit effektiv fortzusetzen. Prof. Thomas Weiland hatte die numerische Feldberechnung durch die sogenannte „Finite Integrations-Technik“ (FIT) bereits als Doktorand an der TU Darmstadt Mitte der siebziger Jahre entwickelt. In den folgenden Jahren wurde daraus, im Rahmen einer internation Kollaboration, das Programmpaket mit dem Namen MAFIA (Solution of Maxwell's Equations by the Finite Integration Algorithm) entwickelt.

Nachdem die Anzahl der Kooperationen mit Industrie und anderen Forschungseinrichtungen und die allgemeine Nachfrage nach den Simulationsverfahren sich ständig vergrößerten, gründete Prof. Weiland im Jahr 1992 die Firma CST GmbH (Gesellschaft für Computer-Simulationstechnik mbH, heute CST AG), die Simulationssoftware für elektromagnetische Felder entwickelt und welweit vertreibt. Aus anfänglich drei Mitarbeitern ist heute ein mittelständischer Konzern mit Nierderlassungen in vielen Ländern entstanden.

Auch die Zusammenarbeit mit Instituten innerhalb der TU Darmstadt bildet eine starke Säule der Arbeiten bei TEMF. So besteht seit 1989 eine sehr enge Zusammenarbeit mit Prof. Richter und seiner Arbeitsgruppe, die sich nicht zuletzt durch ein gemeinsames Graduiertenkolleg und eine gemeinsame DFG-Forschergruppe dokumentiert, aus der ein Sonderforschungsbereich entstanden ist. Im Jahr 2006 startete eine weitere DFG-Forschergruppe in Zusammenarbeit mit Prof. Binder. Zudem ist das Institut an weiteren Graduiertenkollegs beteiligt. Prof. Weiland ist Gründungsmitglied des Forschungszentrums Computational Engineering und ist seit Bestehen Sprecher des Direktoriums sowie des dazugehörigen Forschungsschwerpunktes. Die fachübergreifende Forschungstätigkeit des Instituts manifestiert sich durch die Mitarbeit an zwei weiteren Forschungsschwerpunkten der TU Darmstadt: Kooperative Sensorkommunikation und Kern- und Strahlungsphysik.

Um die interdisziplinäre Forschung an der TU Darmstadt weiter voranzutreiben, wurden im Jahre 2000 unter Mitwirkung von TEMF zusätzlich die Bachelor- und Masterstudiengänge Computational Engineering (CE), das Forschungszentrum CE und die Graduiertenschule CE initiiert.

Der wissenschaftliche Erfolg der Arbeit des TEMF-Teams und von FIT zeigte sich vor allem auch in den bedeutenden Preisen, die Prof. Thomas Weiland, bzw. das ganze Fachgebiet in der Folgezeit verliehen bekamen, so 1995 den Max Planck und 1997 den Philipp Morris Forschungspreis. Die Preisgelder kamen dabei erneut der technischen Ausstattung zugute. Außerdem wurde Prof. Thomas Weiland 1992 zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Mainz gewählt. Im Jahr 2004 ernannte die Tongji Universität in Shanghai Prof. Weiland zum Honorary Professor.

Auf dem Gebiet der Beschleunigerphysik waren insbesondere das weltweit beachtete S-Band Linear Collider Projekt (DESY/TUD Collider) und die spätere Mitarbeit am TESLA Projekt prägend für die wissenschaftlichen Arbeiten des Fachgebiets. TEMF organisierte 1996 den Workshop „Wissenschaftliches Rechnen in der Elektrotechnik“, und im Jahr 2000 war TEMF der Gastgeber der international bedeutenden Konferenz „International Computational Accelerator Physics (ICAP)“.

Seit Bestand des Institutes promovierten viele Mitarbeiter bei TEMF und einige habilitierten sich. Gastwissenschaftler und Mitarbeiter stammen dabei aus vielen verschiedenen Ländern. Die Stellen werden aus Landesmitteln, aber auch aus zahlreichen Drittmitteln, u.a. diversen Stipendien, DFG-Projekten, drei Graduiertenkollegs, zwei DFG-Forschergruppen, einem Sonderforschungsbereich (SFB), sowie den Großforschungseinrichtungen GSI und DESY, finanziert. Insgesamt wurden in dieser Zeit zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, darunter viele auf Einladung, verfaßt.